Verkehrs- und Umweltministerium des Landes Schleswig-Holstein vereinbaren Kooperation:

Kompensationsmaßnahmen zum Umweltschutz, welche infolge von Neu- und Umbauten von Straßen erforderlich werden können, sollen optimaler geregelt werden. Aus diesem Grund trafen sich Umweltministerin Dr. Juliane Rumpf und Verkehrsminister Jost de Jager mit Herlich Marie Todsen-Reese, Vorstandvorsitzende der Stiftung Naturschutz und Bernd Käding, stellvertretender Direktor des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr in den Räumen der Stiftung in Molfsee. So soll künftig aus den Auflagen für den Naturschutz auch wirtschaftlicher Nutzen gezogen. Von den Ministern wurde dazu eine Grundsatzvereinbarung unterzeichnet und gleichzeitig zwischen Stiftung und Landesbetrieb eine Nutzungüberlassung für die ersten 120 Hektar.

Im Zuge des Neu- und Ausbaus von Autobahnen, Bundes- und Landesstraßen ist der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV-SH) verpflichtet, die Eingriffe in die Natur und Landschaft auszugleichen. Hierfür stehen über tausend Hektar in seiner Verwaltung. Diese Ausgleichsflächen, mit ihren unterschiedlichen Biotop- und Artenschutzzielen, müssen gepflegt und gemanagt werden, damit die gesetzlich verankerten Naturschutzzwecke erfüllt werden. Ziel ist es, dass diese Flächen Schritt für Schritt durch die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein zum Zweck der Unterhaltung und Verwaltung übernommen werden. Die Stiftung ist bereits auch in anderen Bereichen, wie dem Moorschutz, Partner der Landesregierung und verfügt über eine große Erfahrung bei der Umsetzung von Naturschutzmaßnahmen.

„So kann sich der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr noch effektiver auf seine Kernaufgabe, den Straßenbau, deren Unterhaltung und Verwaltung, konzentrieren“, ist sich Wirtschaftsminister Jost de Jager sicher. Im ersten Schritt überträgt der LBV-SH daher ein Paket von rund 120 Hektar Ausgleichsflächen für die nächsten 30 Jahre an die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein. Als Dienstleister in Sachen Biodiversität wird sie zunächst an der A 25 in Geesthacht, an der B 76 in Eutin und an der B 404 Ortsumgehung Schwarzenbek dem Ausgleichszweck entsprechende Pflegemaßnahmen, wie Beweiden, Mähen oder Mulchen, ergreifen, um seltenen Tieren und Pflanzen Rückzugsräume zu bieten. Weitere Pakete sollen dann in den nächsten Jahren sukzessive übertragen werden. „Die Ausgleichsflächen sind bei der Stiftung in guten Händen“, erklärt Umweltministerin Dr. Juliane Rumpf, „und werden in das bestehende Stiftungsland-Schutzgebietsystem integriert. So ist gewährleistet, dass sie einen wichtigen Beitrag für den Erhalt der Biologischen Vielfalt in Schleswig-Holstein leisten.“