Stiftungsland Gieselautal

Eine Blumenwiese im Gieselautal
Koniks auf der Wilden Weide

Das Gieselautal ist eine ca. 40 ha große Fläche bei Albersdorf, durchzogen von den zahlreichen Flussschleifen der Gieselau. Die Gieselau gilt als eine der schönsten Fließgewässer in Dithmarschen und prägt die einzigartige Landschaft dieses Bachtals. Diese besteht zum einen aus einem Wiesental, zum anderen jedoch auch aus bewaldeten Talhängen, womit ein vielfältig strukturierter Lebensraum entsteht. Gebildet wurde das Gieselautal während der Steinzeit durch die gewaltige Kraft der Schmelzwässer. In unmittelbarer Nähe befindet sich zudem der seit 1997 bestehende Steinzeitpark Albersdorf, das Archäologisch-Ökologische Zentrum Albersdorf. Früher wurde diese Fläche zur Beweidung und zur Heumahd genutzt. Mitte des 20. Jahrhunderts wurden diese traditionellen Nutzungen jedoch aufgegeben. Stattdessen wurden zahlreiche Fischteiche angelegt, die jedoch bereits 1979, im Zuge der Ernennung zum Landschaftsschutzgebiet, wieder aufgehoben wurden. Heutzutage haben sich in den älteren Teichen Verlandungszonen gebildet. Inzwischen ist das Gieselautal zudem ein Natura 2000-Gebiet. Es zählt zu den „Wilden Weiden“, da robuste Haustierrassen die Sukzession auf den ehemaligen Ackerständen in Richtung halboffener Weidelandschaften lenken. Somit wird eine extensive Beweidung durchgeführt. Außerdem werden einige Teilflächen gemäht und die Forstbestände sollen in lichte Laubwaldbestände umgewandelt werden, sodass wie in der Jungsteinzeit bewirtschaftet werden kann. Durch diese Art der Nutzung kann eine vielfältige und artenreiche Kulturlandschaft entstehen. Viele Pflanzengesellschaften wie Hochstaudenrieder, Wasserfenchel, Gilbweiderich, Wiesenraute oder Sumpfkratzdistel. Durch die Gieselau bietet sich ein idealer Lebensraum für Vogelarten wie Wasseramsel, Eisvogel, Gebirgsstelze, Schwarz- und Grünspecht und zahlreichen Kröten-, Frosch- und Lurcharten. Überdies hinaus bietet es einen Naturerlebnisraum für interessierte Besucher, die auf dem 2,5 km langem Rundwanderweg dieses Stiftungsland besser kennen lernen möchten.

Quelle: Rüdiger Kelm/Wilde Weiden zwischen Nord- und Ostsee
Husum 2011